Freak oder nicht Freak – Das ist hier die Antwort

Nun also Calisthenics und co.

Bin ich ein Freak? Es gibt Leute in meinem Umfeld, die sagen, dass ich immer leicht übertreibe, wenn mich etwas begeistert.
Schon als ich „nur“ Läufer war, habe ich mir außerhalb meiner Läufer-Gemeinschaft so etwas öfter anhören müssen.

40 Wochenkilometer im Alltag unterzubringen war eine Herausforderung, aber eine die ich gemeistert hatte. Dank der Nähe meines Arbeitsplatzes zur Alster, haben drei Alsterrunden unter der Woche -jeweils in der Mittagspause- schon den Großteil des Zeitaufwandes und Trainingsumfangs abgedeckt. Zu Hause blieb nur noch ein etwas längerer Lauf am Wochenende übrig.
Über 40 Kilometer in der Woche lachen ambitionierte Hobby Marathoni nur müde, aber ich galt sowohl bei meiner Arbeit, als auch zu Hause durchaus als etwas verbissen, was meinen Drang nach Regelmäßigkeit und Konstanz anging. Laufen auf dem bisherigen Level (Breitensport, aber in dem Rahmen äußerst ambitioniert) geht jetzt nicht mehr, weil mein Knie das nicht mehr mitmacht.

Ich habe mein Heil in der Flucht nach vorn gesucht und betreibe meinen bisherigen Ausgleichssport seither als Hauptsport. Nur, was ist dieser Hauptsport eigentlich? Ich habe mir aus vielen Videos und Blogs und mit Hilfe einiger Trainingspartner einen wilden Mix aus Freeletics*, Calisthenics* und Crossfit* zusammengebastelt. Auf jeden Fall habe ich wieder eine Regelmäßigkeit in mein Training gebracht, die bei vielen meiner Bekannten für Erstaunen sorgt. Wohlwollend, belustigt oder auch skeptisch… auf jeden Fall in irgend einer Form Kopfschüttelnd.

Man darf nun nicht vergessen, dass ich kein junger Junggeselle mit zu viel Zeit mehr bin, sondern ein voll berufstätiger Familienvater mit einer ebenso berufstätigen Ehefrau. Ich gebe zu, dass es durchaus eine Herausforderung ist, hier 5 Einheiten in der Woche unterzubringen und ich gebe auch zu, dass ich großes Glück habe, regelmäßig eine Sttunde Mittagspause zu haben UND ein Fitnessstudio in unmittelbarer Nähe. Da muss man halt nur immer hingehen…

Häufigkeit ist der Schlüssel und nicht die Dauer einer Trainingseinheit – HIIT

…und das lasse ich mir nicht schlecht reden. Das ist der absolute Hammer für mich oft genug das Highlight des Tages.
Jemand der 2x die Woche ins Fitnessstudio geht, verbringt da oft genug ein- bis zwei Stunden. Da wird dann auch ein büschn geschnackt und ein büschn Proteinshake eingeworfen und ein büschn geguckt… Auf jeden Fall sind das schnell mal 4 Stunden die Woche. Meistens Abends nach der Arbeit, also 4 Stunden weg von zu Hause.

Ich gehe also in der Mitttagspause los und mache dort 20 – 30 Minuten mein Programm. Das allerdings sehr intensiv und ohne Pausen. Das Ganze nennt sich HIIT (High Intensive Intervall Training) Der Clou dabei ist, dass man auf diese Weise zwar kurz, aber heftig trainiert. Abgesehen davon, dass ich eh nicht mehr Zeit investieren könnte, ist das eben sowieso sehr effektiv.

Das Ergebnis ist mittlerweile eine Fitness, die man mir durchaus auch ansieht, aber eben nicht so extrem wie bei klassischen „Studiopumpern“. Ein weiterer Effekt ist, dass die Muskulatur auf diese Weise eine ganze Ecke funktionaler ist, als isoliert trainierte Muskeln. Das Klischee vom BodyBuilder, der zwei volle Alditüten kaum in den 5ten Stock hochgetragen bekommt, ist zumindest nicht ganz abwegig 🙂

Das sind in meinem Falle also ca. 120-150 Minuten in der Woche, gerade mal zweieinhalb Stunden und ich behaupte, dass ich damit eine ganze Ecke weiter gekommen bin, als ich mit 2x wöchentlichen (dafür aber längeren) Trainingseinheiten erreichen könnte.

Dabei bediene ich mich bei diversen, derzeit angesagten Sport Unterarten. Ich mache überwiegend sogenannte Bodyweight Übungen, also Übungen, ausschließlich mit dem eigenen Körpergewicht.
Liegestütze, Klimmzüge, Dips,  Kniebeugen… und das alles in vielen Variationen.
Oft auch Übungen mit Gummibändern, Medizinbällen, Slidepads usw. und nur gelegentlich auch was mit Hanteln > Stichwort Crossfit, dazu später.
Und damit wären wir dann auch wieder bei den Begriffen…

Bodyweight, *Calisthenics, *Freeletics, *Crossfit…. – Wo ist der Unterschied?

Früher hieß das alles noch „Turnen“ oder „Gymnastik“auf jeden Fall Übungen mit dem eigenen Körpergewicht. Sobald etwas aber ein Trend wird, muss auch ein passender Anglizismus her und da solche Wellen meistens aus den USA zu uns herüberschwappen, ist das ja auch irgendwie logisch.
Heute also „Bodyweight“ „Freeletics“ oder „Calisthenics“… ok!

Während Freeletics noch ein bisschen mehr in Richtung Boden orientiert ist, also viele Sprungübungen beinhaltet, Kniebeugen, Liegestütze, Burpees (Mischung aus Kniebeuge, Liegestütz und Strecksprung) usw. , liegt bei Calisthenics der Schwerpunkt etwas mehr auf Kraftübungen (An Reck oder Klimmzugstange) in Verbindung mit Körperkontrolle und ja… Akrobatik.

Man braucht nur mal die Google Bildersuche mit den beiden Begriffen zu füttern und sieht sofort den Unterschied 🙂

Calisthenics Bildersuche  Freeletics Bildersuche

Was beim Suchen nach „Freeletics“ sofort auffällt ist die irre Anzahl an „vorher/nachher“ Bildern von Leuten, die mal dick waren und sich zu wahren Mamorfiguren entwickelt haben.
Ist auch nachvollziehbar, denn Freeletics ist viel einfacher zu erlernen und wird dementsprechend von Leuten die schnell abnehmen wollen, genau dafür genutzt. Seit Jahren gibt es dafür die quasi die Standard App „Freeletics“ , die einem Workouts in diversen Schwierigkeitsgraden generiert. Es geht darum in einer bestimmten Zeit immer bestimmte Übungen, so oft wie möglich zu absolvieren. Gerade Anfänger vergessen dabei mit zunehmender Erschöpfung auf die saubere Ausführung zu achten und quälen sich irgendwie bis zum Ende durch… Deswegen wird dieser Sport auch von vielen kritisch gesehen. Wenn man es allerdings korrekt macht oder sich coachen lässt, ist das mit Sicherheit eine verdammt effektive Art, sich in Form zu bringen. schaut mal:

Freeletics

 

Calisthenics ist also eher die nächste Stufe, sozusagen für Fortgeschrittene. Wenn man sich hierzu mal durch die Videos der echten Cracks klickt, dann weiß man, dass man da als Normalo höchstens mal dran schnuppern wird. Was ich damit meine? Nun dieses Video von Frank Medrano (Der zu allem Übel auch noch Veganer ist) sollte Klarheit schaffen:

Calisthenics

vielen Dank auch… aber immerhin kann ich mittlerweile einige Klimmzüge am Stück 🙂

*Crossfit – Der Mix machts

Beim Crossfit wiederum wird auch auf Gewichte gesetzt. Der gemeinsame Nenner bleibt aber die hohe Intensität und die Jagt nach Kraftausdauer.
Crossfit kommt natürlich auch aus den USA und ist ein wilder Mix aus klassischem Krafttraining und Eigengewichtsübungen und das eben unter Zeitdruck, also voll auf Speed! Crossfit wird viel als Wettkampfsport betrieben, meist in großen Hallen und mit vielen Startern gleichzeitig. Das sieht dann so aus:

Crossfit

Das ist mir in der Form zu heftig, nicht zuletzt wegen der hohen Verletzungsgefahr. Gewichte plus Geschwindigkeit sind eine üble Kombination für Amateure.

Nichts desto trotz gibt es zu allen diesen Sparten tolle Workouts, die man adaptieren kann und so suche ich mir immer etwas zusammen, das in meinen Wochenplan passt.
Der richtige Mix aus Ausdauer / Kraft / Kraftausdauer machts dabei.

Und wie sich das so gestaltet, werde ich in den kommenden Artikeln etwas ausführlicher beschreiben.

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Ein Kommentar auf “Bestform durch Freeletics/Calisthenics/Crossfit mit 5×30 Minuten

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