Teil 1 meines Erfahrungsberichtes mit dem Boss RC-1 Looper   –   Hier geht’s zu Teil 2

Was will ich mit einem Looper WIRKLICH machen?

Looper sind toll. Man kann damit viel machen… genau wie Bälle, mit denen kann man auch viel machen und um bei dem Vergleich zu bleiben: Looper gibt es vom Tischtennis- bis zum Medizinball und ähnlich unterschiedlich sind die Einsatzzwecke:

a) Sounds für den Gitarrenverstärker finden, ohne dauernd selber etwas Spielen zu müssen?
b) Mit sich selber Jammen, um Ideen zu finden
c) Zum Üben für Soli
d) um umfangreiche Multitrack, FX, Spektakel abzufeiern, LIVE oder
e) LIVE, um gelegentlich etwas Pepp reinzubringen
f) Bitte hier selber noch weitere Gründe eintragen, es gibt bestimmt noch 20 Weitere…

Für die Fälle a), b) und c) kann man eigentlich jeden xbeliebigen Günstiglooper nehmen. Ab zu Thomann, 50€ parat haben und > Thema erledigt.
d) ist das komplexeste Thema, aber nicht Teil dieses Beitrags. Ich mache an dieser Stelle mal ein Sternchen: *. Am Ende des Artikels gibt’s zu diesem Sternchen noch ein paar Sachen zu lesen.
e) ist der Punkt, um den es mir hier geht aber selbst das Thema ist schon schwierig genug, denn:

 

Welchen Looper brauche ich denn nun? die Auswahl ist immer noch riesig!

  • Hardware oder Software?
  • Mono oder Stereo?
  • Nur Stimme oder nur Instrument?
  • Stimme und Instrument parallel?
  • Mehr als einen Kanal?
  • Preis?

damit geht es schon los…
Ich hatte mal die BOSS  RC-300. Drei Kanäle… ein Traum! … denkste.
Das Ding ist genial, keine Frage, aber nur wenn man regelmäßig damit arbeitet und viel Zeit da reinsteckt. Meine zwei absoluten Lieblingsbeispiele, was man alles damit anstellen kann, wenn man richtig gut ist, sind diese hier:

Alle beide 10 Jahre alt und immer noch kaum zu toppen:

Ich selbst habe nie etwas Besseres als das folgende Video damit zustande gebracht und das damals (vor 9 Jahren) auch nur, weil meine Familie mal für eine Woche weg war….

Danach lag die Kiste dann wieder ein halbes Jahr rum und als ich dann etwas Neues anfangen wollte, wusste ich kein Stück mehr, wie das alles ging.
Ich habe das Gerät kurze Zeit später wieder verkauft…

 

Warum ich nun also den Boss RC-1 für mich (fast) perfekt finde:

Es musste also ein simplerer Looper her, einer der so einfach zu bedienen ist, dass es sofort losgehen kann, wann immer man doof davor steht.

Ich habe nun nicht alle Looper besessen bzw. getestet. die in Frage kommen, aber zwei Stück:

Digitech Jamman Solo XT

Machen wir es kurz: Der Looper macht im Prinzip, was er soll, ABER:
1) Der kleine Klickschalter nervt. Erstens ist er mir zu laut und zweitens kann man ihn nicht auf Socken bedienen.

2) Der Looper funktioniert nach dem Prinzip RECORD>PLAY>OVERDUB.
Das ist für LIVE Sessions doof, weil man den aufgenommenen ersten Loop immer einmal komplett durchspielen lassen muss, bevor man den nächsten Layer drüberlegen kann

BOSS RC-1

Im Zusammenspiel mit einem Zweifachfußschalter, (fast) perfekt für meine Zwecke.

1) Er hat standardmäßig den Modus RECORD>OVERDUB>PLAY (Kann man aber auch umstellen auf RECORD>PLAY>OVERDUB)

2) Der LED Ring, der einem den Loopdurchlauf anzeigt ist klasse!

3) Zusammen mit einem Zweifachfußschalter (Ich habe den BOSS FS-6) lässt isch das Gerät (fast) blind bedienen:
Einmal treten: Record
Nochmals treten: Overdub
Wiederum treten: Play

Soweit so normal… Nun kommt der 2fach Taster ins Spiel:
Linker Taster: Undo/Redo
Rechter Taster: Stop (2Sec drücken löscht den Loop)

Warum ist das so toll?
Ohne den 2fach Taster, muss man zum stoppen Doppeldrücken (Innerhalb einer Sekunde)
Und zum Löschen des Loops im gestoppten Modus 2 Sekunden drücken. Während dieser 2 Sekunden spielt der Loop aber nochmal kurz an, was LIVE wiederum doof ist.
Und auch Undo/Redo ist ohne externen Schalter unkomfortabel (Wie bei allen Geräten mit nur einem Taster, muss man während der PLAY Phase den Schalter 2 Sekunden drücken, um den letzten Layer zu löschen und nochmals, um ihn wieder einzuschalten. Das geht natürlich, aber man verklickt sich halt verdammt schnell.
Ich mag den externen Schalter auf jeden Fall nicht mehr missen!

Das Ganze jetzt noch mit einem zweiten Kanal, ohne weiteren Schnickschnack, den keiner braucht.. BOAH, wäre das cool! Das gibts aber auch von anderen Herstellern nicht, bisher. *

Mit den gegebenen Funktionen ist das Gerät, das wirklich KEINEN weiteren Schnickschnack wie Drumbeats, Speicherbänke, Steckkartenpläte etc. bietet, natürlich beschränkt in seinen Möglichkeiten. Diese wiederum sind allerdings so charmant zu bedienen, dass das Gerät einfach nur Laune macht.

Mit ein bisschen Übung lässt sich einfach ganz hervorragend Loopen, ob nun mit Gitarre um den Hals oder nur mit Mikro. Der Schalter ist präzise, der externe Schalter ebenfalls und mit ein bisschen Kreativität kann man auch mit nur einem Kanal und Undo/Redo nur für die jeweils letzte Aufnahme, schon eine Menge anstellen.

Die Qualität haben andere Leute schon ausführlich getestet und entweder für gut befunden, oder etwas zu meckern gehabt.
44,1KHz/16Bit. Das ist CD Standard und MIR reicht die Qualität. Ein ganz bisschen Höhen scheinen geschluckt zu werden, aber jeder meiner Zuhörer, denen ich versuche das zu präsentieren schaut mich bisher nur fragend an und ist von der Qualität begeistert. Passt…

Das hier war der erste Artikel zu dem Boss RC-1

Es folgen noch:

2. Wie kann man das Maximum aus dem Ding rausholen? (Gitarre UND Gesang gleichzeitig und das auch noch jeweils Stereo)

3. LIVE Videos von mir und dem Looper

Stay tuned…

* Ach ja, das Sternchen…

Kennt Ihr „Loopy“ ?
Für mich ist das DIE Looper App. Leider nur für Iphones/Ipads.
All das, was man sich von einem mehrkanaligen Looper wünscht und noch viel mehr, geht mit dieser App und das für gerade mal 5€ (Wenn man das Endgerät hat)
Bis zu 12 Kanäle, alle einzeln ein- und ausschaltbar, jeder Kanal separat in Lautstärke und Panning zu ändern, verschiedene Lauflängen der Loops, simpleste Bedienung. Es gibt wirklich nichts, was gegen diese Software spricht!

Außer eben, dass man sie nicht mit dem Fuß bedienen kann 🙂
Aber schaut mal, was man damit alles anstellen kann:

 

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Ein Kommentar auf “Warum ich den Boss RC-1 Looper beinahe perfekt für mich finde

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